(Quelle: TRUMPF)

Agile Führung zwischen Wunsch und Wirklichkeit

Von Undine Stricker-Berghoff, Dipl.-Ing. (TU) CEng MEI VDI, Career, Business und Executive Coach, ProEconomy, Travemünde (16.04.2019)

Viele Mitarbeiter wünschen sich mehr Freiheit und Sinn bei der Arbeit. Die Wirtschaftsingenieurin Juliane Pilster VDI, Agile Managerin beim Maschinenbauer TRUMPF in Ditzingen mit Berufserfahrung als Scrum Master und Product Owner, hat bei ihren Mitarbeitern die Motivatoren abgefragt: auf den Rängen 1 bis 3 stehen Verbundenheit mit Teammitgliedern, Wissbegierde und Freiheiten bei der Arbeit. Agile Methoden wie Lean, Scrum, Kanban oder Design Thinking ermöglichen große Identifikation mit dem Unternehmen, seinen Visionen, Werten und strategischen Zielen.

Für den Einsatz in agilen Methoden wurde der partizipative Führungsstil zum agilen Führungsstil weiterentwickelt. Die Tabelle vergleicht vereinfacht und zugespitzt gängige Führungsstile. Gute agile Führungskräfte bringen lt. Elektronik-Ingenieur Rainer Schlegel, Chief Product Owner für drei Produkte bei TRUMPF, mit: „Mut zur Veränderung, Verantwortung abgeben können, auf die Nase fallen akzeptieren, Ergebnisse ernten“.

Eine Studie von Sopra Steria Consulting vom April 2018 zeigt, der Umbruch bei den Führungsstilen ist im Gange. 39 % der Befragten „bezeichnen die Führung im eigenen Unternehmen als eine Mischform aus klassisch hierarchischem, partizipativem und agilem Führungsmodell.“ 33 % „führen bereits rein agil oder partizipativ.“ Manche Ingenieure, vor allem im Mittelstand, kennen Führungsstile gar nicht. Eine nicht repräsentative Umfrage unter ProEconomy-Kunden im Januar 2019 zeigte, dass rund 70 % von agiler Führung noch nichts gehört hatten und je 15 % es kennen bzw. es im eigenen Unternehmen einsetzen.

Pilster kümmert sich in der Software-Entwicklung Werkzeugmaschinen „disziplinarisch“ um sechs Teams mit fast 40 internen und externen Mitarbeitern. Sie sorgt dafür, dass die Rahmenbedingungen stimmen, damit „die Team-Mitglieder glücklich sind und motiviert zur Arbeit kommen“. Ihr Scrum-„Gespann-“Partner Schlegel verantwortet fünf Teams plus externe Dienstleister „fachlich“ und zeichnet gemeinsam mit den Teams, Kunden und Stakeholdern eine entsprechende Vision für Produkte. Beide Führungskräfte sitzen nebeneinander und diskutieren engagiert über die bestmögliche Befähigung und Unterstützung der Teams. Zur Unterstützung der Arbeit setzt TRUMPF Software wie JIRA und Confluence von Atlassian ein.

Bei „Kümmerer“ Pilster laufen ihre Team-Mitglieder vor allem auf, wenn es um Weiterentwicklung geht, aber auch, wenn sie ab einer bestimmten Höhe ein Budget nachfragen. Die Arbeitsverteilung erfolgt über Delegation-Boards selbstständig in den Teams. Mitarbeiter informieren sich gegenseitig, wenn jemand am folgenden Tag später kommt, „ohne die Führungskraft um Erlaubnis zu fragen!“ so Schlegel. Lob wird innerhalb des Teams aus dem Management 3.0-Baukasten durch Kudo-Karten verteilt. Tadel erfolgt auch Team-intern durch institutionalisiertes Feedback.

Konzerne setzen auf spezialisierte Agile Manager. Aber auch Mittelständler brauchen laut Alois Summerer, Inhaber des AS Team in Prutting, rund 10-20 % ihrer Zeit für agile Prozesse. „Es lohnt sich. Die Menschen sind das Wertvollste, was jedes Unternehmen hat!“ Bei Ingenieuren ist Management oft eine unbeliebte Tätigkeit. „“Murksen und Fummeln“ macht viel mehr Spaß!“ so der Tenor mancher Kunden von Stricker-Berghoff. „Schließlich bin ich deshalb doch Ingenieur geworden.“

Diplom-Ingenieur Holger Stegger beim VDI in Düsseldorf, Geschäftsführer Prüfung Qualifzierung Zertifizierung, stellt fest: „Es müssen geeignete Führungskräfte und Mitarbeiter im Haus vorhanden und entsprechend ausgebildet sein.“ Pilster berichtet, dass Scrum mit der ausgeprägten Team-Arbeit Gegenstand von Vorstellungsgesprächen sei. Beim zweiten Gespräch suchen die Teams beim gemeinsamen Kaffee das zukünftige Mitglied mit aus. Alle MitarbeiterInnen werden in Scrum geschult. Manche Menschen können mit agiler Führung leichter oder schwerer umgehen. Gemeinsam sorgen Schlegel und Pilster für den passenden Einsatz der Mitarbeiter.

Dipl.-Oec. Stephan Hasselbach aus dem Bereich „Marketing und Mitglieder“ ist einer von mehreren Agilen Coaches im VDI. Die Coaches werden bei Bedarf z.B. für Projektsitzungen als Moderatoren angefordert. Auch alle anderen VDI-MitarbeiterInnen haben eine Einführung in agile Methoden erhalten. Trotz anfänglicher Skepsis bei den Teilnehmern sind hinterher alle zufrieden, wenn unerwartete Blickrichtungen aufgrund der vom agilen Coach eingesetzten Werkzeuge aufgetaucht sind.

Viele qualifizierte Schulungsangebote „Agile Führung“ sind am Markt u.a. im VDI Wissensforum, wo Summerer als Trainer fungiert. Sein Credo: „Die Mitarbeiter schrittweise an agile Zusammenarbeit heranführen und sie dann darin unterstützen.“ Hinsichtlich schneller erster Veränderungen hält Stegger z.B. das agile Werkzeug MVP (Minimum Viable Product) für geeignet: „Wir konzentrieren uns auf den kleinsten nächsten Schritt!“ Sein Rat: „Einfach mal anfangen und auf Basis des Feedbacks weitermachen!“

 

 


Sind Namen Schall und Rauch?

Liebe Bewerberinnen und Bewerber,

zumindest scheint es so, wenn ich die Dateinamen von Bewerbungsunterlagen sehe. Der 100ste "Daimer-Irgendetwas-Brief", der 1.000ste "Lebenslauf", die 10.000sten "Zeugnisse".

Mir tun die armen Empfänger/innen in den Personalabteilungen unendlich leid. Sie müssen - so wie ich auch - alle Dateinamen vor dem Speichern "zu Fuß" ändern. Worauf? Natürlich auf den Nachnamen! Wie soll ich denn im Explorer je wieder die übersandten Dateien zusammmensortieren oder einer Person zuordnen, wenn sie alle "Lebenslauf" heißen. Die klügeren Autorinnen und Autoren dieser Machwerke haben ihren Nachnamen zumindest irgendwo am Ende des Dateinamens versteckt. Die weniger Klugen allerdings haben ihn gar nirgends nicht verwandt sondern beginnen den Dateinamen z.B. mit einem Datum - dass bei jeder Datei sowie mitgeliefert wird - oder mit dem Empfänger des Briefes - der besagten Firma Daimler eben.

Also, liebe Schreiberlinge, bitte beginnt alle Eure Dateinamen immer mit Eurem Nachnamen. Alles andere könnt Ihr beliebig hintendranhängen - sofern es nicht so lang wird, dass es im Explorer abgeschnitten wird. Dann kann ich Eure Dateien im Explorer nacheinander wiederfinden. Und ich kann sogar alle Mail-Anhänge aufeinmal speichern ... WOW!

Dass ich das dann auch nicht auf jeder Unterlage für eine Karriereberatung wieder vermerken muss, versteht sich von selbst. Ich danke Euch!

Mit den besten Grüßen
Undine Stricker-Berghoff

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Warum ist die Banane krumm?

Liebe Bewerberinnen und Bewerber,

in den letzten Tagen habe ich zur Vorbereitung auf eine Vorlesung und meinen Telefondienst zur Karriereberatung sehr viele Bewerbungen gelesen. Dass zu jeder Bewerbung auch ein Anschreiben gehört, hat sich inzwischen erfreulicherweise weit herumgesprochen. ;-) Die meisten tun sich nach eigenen Aussagen vor allem mit dem Inhalt des Anschreibens schwer. Aber dazu ein anderes Mal.

Heute geht es mir darum, nicht auf jeden Brief folgenden Hinweis schreiben zu müssen:

LAYOUT NACH DIN 5008!

Ja, in Deutschland ist alles genormt – sogar, wie ein privater oder ein Geschäfts-Brief auszusehen hat. ;-)

Also tippen Sie bitte, bevor Sie Ihr nächstes Anschreiben wieder höchst kreativ gestalten, erst einmal „DIN 5008“ in Ihre Suchmaschine im Internet ein. Sie werden fündig werden. Und dann setzen Sie die äußerst praktischen Anleitungen z.B. zur Position des Absenders oder der Adresse oder auch zur Gestaltung von Telefonnummern oder Postfachnummern bitte um. Danke!

Das spart Ihre Zeit, meine Zeit, Kugelschreiber, Druckertinte und Papier. Vor allem aber zeigt es dem/der Empfänger/in der Bewerbung, dass Sie sich im Geschäftsleben auskennen. Schneller und einfacher können Sie Ihrer Bewerbung keinen zusätzlichen Pluspunkt geben.

Ich versichere Ihnen, Sie sind nach meinen ermüdenden Erfahrungen in dieser Woche vermutlich der oder die Erste und Einzige ...

Mit den besten Grüßen
Undine Stricker-Berghoff

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